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Was ist Burnout?

Immer mehr Menschen fühlen sich erschöpft, emotional distanziert und den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gewachsen, kurz: Sie sind ausgebrannt. Immer öfter wird von einem Burnout gesprochen, doch was versteht man eigentlich darunter?

Burnout bezeichnet einen über Wochen und Monate anhaltenden physischen und psychischen Erschöpfungszustand. Während sich in der Fachliteratur zahlreiche Definitionen finden, stimmen viele Fachautoren/innen mit Maslach und Jackson (1981) darin überein, dass die Betroffenen häufig drei zentrale Symptome zeigen:

  1. Emotionale Erschöpfung:
    Bezeichnet anhaltende Gefühle der Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, der inneren Leere und des Kontrollverlusts.

    Beispiel:
    Herr B. ist am Ende. Nach einer langen Periode des sehr kraftraubenden Außendienstes mit Kunden/innen-kontakt fühlt er sich ausgelaugt. Morgens kann er vor Müdigkeit und Erschöpfung kaum noch aufstehen, nur mit Mühe schleppt er sich unter die Dusche, zum Frühstückstisch und zur Arbeit. Seine täglichen Aufgaben frustrieren ihn, der Kundenkontakt ermüdet ihn immer mehr. Er fühlt, dass er zu hart arbeitet und bald endgültig in den Seilen hängen wird.

  2. Zynismus oder Depersonalisation:
    Bezeichnet eine gleichgültige bis zynische Einstellung gegenüber Kunden/innen und Kollegen/innen und starke Gefühle der persönlichen Distanz, einhergehend mit negativen Einstellungen gegenüber der Arbeit und dem persönlichen Umfeld bis hin zur "inneren Kündigung".

    Beispiel:
    Frau R. hat keine Lust mehr. Jahrelang hat sie sich in der Verwaltung aufgeopfert, vermittelte zwischen den Kollegen/innen und half Kunden/innen gerne ausführlich weiter. Trotz ihres hohen Engagements gingen Beförderungen an ihr vorbei, keiner ihrer Kollegen/innen scheint ihre Leistung wahrzunehmen. Mehr und mehr fällt ihr auf, wie unmotiviert und unprofessionell ihre Kollegen/innen wirken. Sie fühlt sich von der unangenehmen Stimmung am Arbeitsplatz erdrückt,  zieht sich in ihr Büro zurück und vermeidet den zunehmend nervenden Smalltalk. Kunden/innen leitet sie an andere Abteilungen weiter und zählt die Stunden bis zum Feierabend.

  3. Verminderte Leistungsfähigkeit:
    Betroffene verlieren das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und erleben sich selbst als Versager/in. Aufgaben, die früher schnell erledigt werden konnten, fallen zunehmend schwer und beanspruchen mehr Zeit. Insbesondere neue Aufgaben führen zu Überforderung und negativen Gefühlen bei Betroffenen.

    Beispiel:
    Herr K. ist frustriert: Lange galt er als der Lehrer, der auch die schwerste Klasse in den Griff bekam. Doch seit einiger Zeit scheinen die Schüler/innen immer unfreundlicher und unkooperativer zu werden. Mit seinem Unterrichtsstoff, den er mit der letzten Klasse noch in kürzester Zeit abgearbeitet hat, kommt er kaum voran. Arbeitszettel, die er früher entspannt in 20 Minuten erarbeitet hatte, quälen ihn nun den ganzen Nachmittag. Er zweifelt an seiner Kompetenz. Kann er seinen Schülern/innen überhaupt noch etwas beibringen?

Eine alternative Burnout-Definition wurde von Shirom (2003) entworfen. Diese beschreibt die kontinuierliche Erschöpfung der physischen, emotionalen und kognitiven Ressourcen einer Person aufgrund andauernden Stresses als Kernelemente eines Burnout. Der anhaltende Ressourcenverlust führe zu den folgenden Burnout-Symptomen:

  1. Physische Mattigkeit
    Bezeichnet einen Mangel an physischen Ressourcen. Betroffene fühlen sich über längere Zeiträume hinweg erschöpft und schlapp. Körperliche Erschöpfung zeigt sich in chronischer Müdigkeit und fehlender Energie.
  2. Emotionale Erschöpfung
    Bezeichnet einen Mangel an emotionalen Ressourcen. Betroffene können keine Empathie anderen gegenüber mehr aufbringen und fühlen sich emotionslos. Es fällt ihnen schwerer als gewohnt, sich in Emotionen anderer einzufühlen und diesen Beachtung zu schenken.
  3. Kognitive Ermüdung
    Bezeichnet einen Mangel an kognitiven Ressourcen. Betroffene fühlen sich mental eingeschränkt, können sich nur schwer konzentrieren und erleben kognitive Leistungsverluste. Die Bearbeitung mental anspruchsvoller Aufgaben scheint länger als gewohnt zu dauern und schlechtere Ergebnisse zu erzielen.

Wichtig ist, dass Burnout nicht der Zustand erhöhten Stresses ist - die meisten können für einige Zeit gut mit Stress umgehen - sondern das Ergebnis chronischen Stresses und chronischer Überforderung. Stress kann dabei sowohl von innen (durch eigene Anforderungen und Ideale) als auch von außen (durch Anforderungen der Arbeit) kommen.

Obwohl das Burnout-Syndrom oft als Unterkategorie einer depressiven Störung eingeordnet wird, ist es davon abzugrenzen. Beide Erkrankungen ähneln sich zwar in einigen Aspekten ihrer Symptomatik, doch kann Burnout auf spezifischere Ursachen im Arbeitskontext zurückgeführt werden. Zudem unterscheidet es sich von einer depressiven Störung in der Erschöpfungssymptomatik sowie den vorherrschenden Emotionen Angst und Wut im Gegensatz zu Trauer und Melancholie (Shirom & Ezrachi, 2003).

 


Maslach, C., & Jackson, S. E. (1981). The measurement of experienced burnout. Journal of Organizational Behavior, 2(2), 99-113.
Shirom, A. (2003). Job-related burnout: A review. In J. C. Quick & L. E. Tetrick (Eds.), Handbook of occupational health psychology
        (pp. 245-264). Washington, DC, US: American Psychological Association.
Shirom, A., & Ezrachi, Y. (2003). On the discriminant validity of burnout, depression and anxiety: A re-examination of the burnout measure.
        Anxiety, Stress & Coping, 16(1), 83-97.