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Ursachen und Entstehung

Obwohl die Auseinandersetzung mit dem Thema Burnout in den letzten Jahren stark zugenommen hat, sind dessen Entstehungsbedingungen bisher nur unzureichend erforscht. Die Dresdner Burnout Studie könnte, mit Ihrer Hilfe, einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Ursachen und Verlauf von Burnout genauer zu beschreiben und individuelle Risikomuster zu identifizieren.

Bisherige Forschungsbefunde stützen die Annahme, dass komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Merkmalen der Person (biologische und psychologische) und Eigenschaften der Umwelt an der Entstehung von Burnout beteiligt sind (biopsychosoziales Krankheitsmodell).

Hinsichtlich der Person scheinen dabei vor allem Einstellungen genenüber dem Selbst und dem eigenen Arbeitsplatz, individuelle Unterschiede in der physiologischen Reaktion auf Stress, sowie das Vorhandensein von Strategien zur Bewältigung arbeitsbedingter Belastungen die Entstehung eines Burnouts zu beeinflussen (Rössler et al., 2013; Swider & Zimmerman, 2010). Die Existenz einer spezifischen Burnout-Persönlichkeit ist im Hinblick auf die aktuelle Befundlage jedoch unwahrscheinlich (Walter et al., 2012).

Bezüglich der Suche nach bestimmten sozialen Rahmenbedingungen, die ein gehäuftes Auftreten von Burnout wahrscheinlicher machen, kann zwischen arbeitsplatzbezogenen und gesellschaftlichen Bedingungen unterschieden werden. Als den Arbeitsplatz betreffende Risikofaktoren für Burnout gelten dabei eine hohe Arbeitsbelastung, ein Mangel an individuellen Entscheidungsspielräumen und Anerkennung sowie fehlender Respekt und Unterstützung durch die eigenen Kollegen (Riedel-Heller et al., 2013). Auf gesellschaftlicher Ebene werden zumeist ein zunehmender Druck auf das Individuum in einer vermehrt an Effizienz orientierten Leistungsgesellschaft und eine unvorhersehbare Entwicklung der eigenen Arbeitssituation mit häufig auftretenden Jobwechseln angeführt (Han, 2010; Rössler et al., 2013).

Allerdings gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Fundierung für den ursächlichen Einfluss der aufgeführten biopsychosozialen Faktoren auf die Entstehung von Burnout (Swider & Zimmerman, 2010). Zudem ist unklar, ob und wie sich die einzelnen Faktoren während des Entwicklungsverlaufes der Burnout-Erkrankung gegenseitig beeinflussen (Käser & Wasch, 2011). Die häufig formulierte Annahme, dass Burnout die Folge einer dauerhaft bestehenden Spannung zwischen Eigenschaften einer Person und ihren beruflichen Anforderungen sei, ist hierbei ein vielversprechender Ansatzpunkt. Dieser bedarf jedoch weiterer Differenzierung und wissenschaftlicher Fundierung (von Känel, 2008).


Han, B. C. (2010). Müdigkeitsgesellschaft. Berlin: Matthes & Seitz.
Käser, U., & Wasch, J. (2011). Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern. Eine Evaluation theoretischer Erklärungsmodelle. Bildung und Erziehung,
        64
(3), 325-342.
Riedel-Heller, S., Luppa, M., Seidler, A., Becker, T., & Stengler, K. (2013). Psychische Gesundheit und Arbeit. Der Nervenarzt, 84(7),
        832-837.
Rössler, W., Hengartner, M., Ajdacic-Gross, V., & Angst, J. (2013). Zusammenhang zwischen Burnout und Persönlichkeit. Der Nervenarzt,
        84
(7), 799-805.
Swider, B. W., & Zimmerman, R. D. (2010). Born to burnout: A meta-analytic path model of personality, job burnout, and work outcomes.
        Journal of Vocational Behavior, 76(3), 487-506.
von Känel, R. (2008). Das Burnout-Syndrom: Eine medizinische Persektive. Praxis, 97(9), 477-487.
Walter, U., Krugmann, C. S., & Plaumann, M. (2012). Burn-out wirksam prävenieren? Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-
        Gesundheitsschutz, 55
(2), 172-182.